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Welcher Rucksack für meine mehrtägige Wanderungen?

Welcher Rucksack ist für eine 10-15 tägige Wanderung der Richtige?

 


Für mehrtägige Wanderungen ist der 20L Rucksack, den ich für meine 2-5 tägigen Touren mitführte, definitiv zu klein.

Ein Neuer muss her, in dem ich neben meinen persönlichen Sachen ein Zelt, einen Schlafsack, eine Isomatte und weitere Gegenstände unterbringen kann.

Eines war schon am Anfang klar: die Ausrüstungsgegenstände sollten überwiegend ultra-leicht sein, denn mehr als 12kg möchte ich nicht auf meinem Rücken durch Deutschland schleppen.

Für die Wahl des für mich richtigen Rucksacks habe ich folgende Kriterien aufgestellt:

  • Größe: noch habe ich keine endgültige Packliste, aber mein Gefühl sagt mir, dass ein Rucksack mit 40-50 Liter Packvolumen für meine Zwecke ausreicht.
  • Gewicht: Stabilität hat sein Gewicht. Mein Rucksack sollte 12kg Gepäck komfortabel tragen können und unter 2kg Eigengewicht haben.
  • Robustheit: ich bin überwiegend auf Wanderwegen in Wald und Flur unterwegs. Er sollte streifende Äste und und ein paar piecksende Dornen schadlos überstehen können. Das Material sollte deshalb robust sein.

Die Hauptrucksackarten

Rucksäcke können grob in folgende Arten unterschieden werden:

  • Tages- oder Wanderrucksack: bis 8kg Tragegewicht bei bis zu 30l Packvolumen. Geeignet für Eintagestouren oder wenige Tage
  • Tourenrucksack: 10-12kg Tragegewicht bei 30-50l Packvolumen, Geeignet für mehrtägige Wanderungen.
  • Trekkingrucksack: mehr als 12kg Tragegewicht bei mehr als 50l Packvolumen. Werden für lange Treks verwendet, um große Lasten so bequem wie möglich mitnehmen zu können. Diese Rucksäcke sind aufwendig hergestellt, um die Lastanforderungen zu bewältigen.
"Sacki" erklärt die Hauptrucksackarten
"Sacki" erklärt die Hauptrucksackarten

Die Haupt-Rucksackarten.

Veröffentlicht am 27.02.2015
von Kai Sackmann (Sacki)

Der von mir sehr geschätzte Bushcrafter "Sacki" erklärt in seiner Videoserie 'Wanderwissen' in diesem Teil die verschiedenen Rucksackarten anhand von drei Beispielen:
- Jura 32: http://amzn.to/1djzpsw
- Simony 40+8: http://amzn.to/1eTnSRR
- Astrum 60+10: http://amzn.to/1T17TAG

Mir scheint ein Tourenrucksack als die richtige Wahl.

Meine Vorauswahl

auch wenn die Auswahl bereits auf Tourenrucksäcke eingeschränkt ist, so ist das Angebot immer noch sehr groß. Da ich zum Glück in der Großstadt Hamburg wohne und einige Outdoorläden zur Auswahl habe, konnte ich mich gut informieren. Zusätzlich habe ich viele Testberichte im Internet gelesen. 

Am Ende habe ich meine Auswahl auf folgende Modelle eingeschränkt:

Ultra Leicht?

Sehr leichte Rucksäcke sind in der Wanderszene sehr angesagt. Ultra-light ist hipp.

Vorteile: leichte und doch ausreichend strapazierfähige und auch haltbare Rucksäcke

Nachteile: können durch Dornen oder spitze Äste leicht einreißen, wenn man durch das Unterholz streift.

Hier drei ultra-light Rucksäcke, die es in meine persönliche Vorauswahl schafften:

der ultraleichte Rucksack: ÜLA Circuit Ultralight
der ultraleichte Rucksack: ÜLA Circuit Ultralight

ÜLA Circuit Ultraleicht

Eine Empfehlung von Christian Hubo (Feel4Nature), der den Rucksack in den USA über den Appalacian Trail schleppte.
Von dort stammt auchdieses ultra-leicht-Modell mit sensationellen 1.045g (M) bis 1.130g (L) Eigengewicht bei 40-60l Gepäckvolumen. Er kann mit bis zu 16kg beladen werden, einige Funktionsteile können sogar entfernt werden, damit wird er dann noch leichter.

In Deutschland nur online zu beziehen über TrekkingLiteStore, kostet 270€ + Versand.

Hier ein Testbericht.

 

Ist dieser Rucksack strapazierfähig genug oder werden am Rucksack entlang streifende Äste Löcher in die Seitenwände reißen?

Da ich den Rucksack nicht selbst in Augenschein nehmen kann, werde ich mich für dieses Modell nicht entscheiden. Vielleicht später einmal.


Laufbursche - ein Rucksack aus deutscher Manufaktur

Vielleicht ist dieses interessante Rucksacksystem eines kleinen Herstellers aus Köln das richtige Modell für mich?

Laufbursche fertigt die Modelle selbst (made by hand in Germany!), dafür muss man 80 Tage auf den bestellten Rucksack warten.

Drei Produktlinien - alle ultra - light

  • Plus Line: Stabilste Materialien, die umfangreichste Ausstattung sowie die komfortabelsten Schultergurte und Hüftgurte
  • Core Line: Stabile Materialien der Plus-Line mit den Prinzipien der Lite-Line, gepaart mit ausgewogenen Ausstattungsfeatures, welche einem das Tourleben erleichtern, werden zu einem schlüssigen ultralight Packkonzept.
  • Lite Line: Streichung alles Unnötigen, Reduzierung auf das Wesentliche, Befreiung von Gewicht. Bei der Lite-Line wird auf alles verzichtet, was nicht zwingend für einen guten Ultralightpack nötig ist.

Jede Produktlinie hat drei Modelle: Packsack (30l), Packraum (48l), Huckepack (50-68l)

Die Rucksäcke haben kein eigenes Tragesystem, sondern setzten zur Polsterung eine gefaltete Isomatte oder das Klymit Airbeam "Rückengestell" (ca. 50€ bei SackUndPack) ein .

 

Wenn, dann wäre dieses Modell das für mich Richtige:

  • Packraum Core Plus, 48l (34+6+8 in den Außentaschen), 470g, empf. Packgrenze: 10kg, 279€+Versand

Ein guter Testbericht findest du im Blog von Fastpacking von Carsten Jost. Dort wird auch ein "Klymit Air Beam Pack Frame" erwähnt, ein aufblasbares Rückenpolster zur Steigerung des Tragekomforts, weil der Rucksack ja über kein eigenes Tragesystem verfügt. Ein Air Beam Pack Frame wirkt beinahe so versteifend wie ein Alu-Gestell, polstert aber nebenbei auch noch.

Bewertung: ein recht teurer Rucksack. Bestellt ist bestellt, da gibt es dann kein zurück mehr. Deshalb werde ich mich zum jetztigen Zeitpunkt nicht für dieses Modell entscheiden.


Osprey Exos 48
Osprey Exos 48

Osprey Exos 48

In Größe M 48l Volumen bei 1060g Eigengewicht mit 12g Tragegewichtsempfehlung. Der passt eigentlich genau.

Bei Globetrotter: 159,95€

Ein schweres Modell unter den Leichtgewichten. Im Gegensatz zu den zwei anderen Ultra-light Modellen konnte ich diesen Rucksack bei Globetrotter probetragen.

Bewertung: das Material schien mir strapazierfähig zu sein. Aber der Tragekomfort genügte mir nicht, denn die zwei Alustreben drückten bei mir auf den Beckenknochen.

Fazit: Ich bin offenbar noch nicht reif für ultra-light.


"Normale" Rucksäcke

Auch nicht ultra-leichte Rucksäcke werden aus immer leichter werdenden Materialien gefertigt, die dabei aber sehr strapazierfähig sind. Die Rucksäcke verfügen über mehr Nähte und Fächer und haben festere Tragesysteme als ihre Brüder in der Ultra-light Klasse.

Meine Vorauswahl hat mich zu diesen Rucksäcken geführt.

Deuter Act Lite 40+10
Deuter Act Lite 40+10

Deuter Act Lite 40+10.

40l+10l, bis 15kg Tragekomfort, wiegt 1.670g.

Die deutsche Firma Deuter fertigt Rucksäcke seit vielen Jahrzehnten, auch wenn diese heutzutage in Vietnam hergestellt werden (wie fast alle anderen Säcke auch).

Globetrotter: 150€ (ohne Regenhaube)

Der Tragekomfort ist angenehmt bei hoher Stabilität und einer Vielfalt an Funktionaliäten (Große Rucksacktasche unten, Hauptfach, höhenverstellbarer Deckel, uam). Das Modell wird schon seit vielen Jahren gefertigt.

Hier ein etwas älterer Langzeit-Erfahrungbericht.

Der Rucksack ist mein Favorit.

Osprey Kestrel 48
Osprey Kestrel 48

Osprey Kestrel 48.

48l Volumen, bis zu 12kg Tragekomfort bei 1.650g Eigengewicht.

Osprey ist eine US-Firma aus Kalifiornien, gegründet von Mike Pfotenhauer, selbst ambitionierter Trekker.

Globetrotter: 150€ (inkl. Regenhaube)

Das Modell ist mit dem Deuter Act Lite 40+10 vergleichbar.

Das Modell geht bei Osprey offenbar aus dem Programm und wird durch New Kestrel 48 ersetzt (10€ teuer). Bei Globetrotter noch nicht verfügbar.

Thule Capstone 40L - Men
Thule Capstone 40L - Men

Thule Capstone 40L - Hiking Herrenrucksack

40l Volumen, keine Angabe zum Tragekomfort, 1.450g Eigengewicht.

Thule ist eine schwedische Firma, die ich aus dem Bereich Gepäckträger kenne. Nun stellen sie offenbar auch Rucksäcke her. Es gibt mehrere Modelle vom Tagesrucksack bis hin zum schweren 88L - Tourenrucksack.

Globetrotter: 149€

Auf der Site von Thule gibt es auch ein 50l Modell, das ist bei Globetrotter nicht verfügbar!

Vaude Asymmetric 42+8
Vaude Asymmetric 42+8

Vaude Asymmetric 42+8 - Tourenrucksack

ein weiterer Rucksack in der 50l Klasse.

Tragekomfort bis 12kg bei 1.570g Eigengewicht.

Wohl konzipiert für alpine Mehrtagestouren, aber auch trekking-geeignet.

Preis bei Globetrotter: 139€.


Entscheidung

Meine Entscheidung: Deuter ACT Lite 40+10
Meine Entscheidung: Deuter ACT Lite 40+10

Update vom 12.01.16

Heute war ich noch einmal bei Globetrotter und habe mir die vorausgewählten "Normalrucksäcke" genau unter die Lupe genommen.

Bepackt mit 9 - 12 l bin ich mit verschiedenen Modellen durch den Laden gelaufen.

Dabei stellte sich am Ende heraus, dass ich den Deuter auf dem Rücken fast gar nicht spürte. Das Tragesystem ist offenbar sehr gut.

Weiterhin gefiel mir die Aufteilung am Besten:

das große Rucksackfach, das bei Bedarf auch mittels Reißverschluss zu einem großen Packsack geöffnet werden kann, ein höhenverstellbarer Deckel (40+10), Befestigungsschlaufen unten und oben, elastische Seitentaschen für meine Trinkflasche(n), drei Fächer im Deckel.

 

Ich hoffe, ich habe die richtige Wahl getroffen. Der Praxistest wird es zeigen.

Update vom 14.01.16

Auch Mann ist eitel. Die Farbe "forest/moss" hatte mir nicht so gut gefallen.

So bin ich  noch einmal zu Globetrotter zum Tauschen. Und ich hatte Glück, denn mittlerweile war eine neue Lieferung eingetroffen und nun war der Deuter 40+10 auch in meiner Lieblingsfarbe "black/granite" vorrätig, so dass der Tausch sofort und unkompliziert möglich war.

Rechts steht er probegepackt bei mir zu Hause, bereit für die kleinen und großen Abenteuer.

Ich freue mich schon auf den Frühling, wenn es mit ihm das erste Mal los geht.

 

 



Wandern auf dem E1

Ferslia (Norwegen, Fylke Trøndelag) ↔️ Cellole (Italien, Latium)

219 Tage  | 5.298 km




Drymat